German language

From P2P Foundation
Jump to: navigation, search

This is a start to work on German contents at p2pfoundation.net. See also the separate country pages on Austria, Germany and Switzerland


Dies ist ein Start zur Arbeit an deutschsprachigen Inhalten auf p2pfoundation.net

Contents

P2P Foundation

Ziele der P2P Foundation

Wir sind eine Clearingstelle für offene/freie, partizipative/p2p und Gemeingut-orientierte Initiativen.

Wir streben ein pluralistisches Netzwerk zum Dokumentieren, Erforschen und Fördern von Peer-to-Peer-Alternativen an.

Während wir im destruktiven Umgang mit der Biosphäre ein Nichtwahrnehmen tatsächlicher Limitationen sehen, ein Verbrauchen natürlicher Ressoucen als ob sie unbeschränkt verfügbar wären, und uns dennoch und gerade deswegen für die gleiche Teilhabe jedes Menschen an diesen Ressourcen einsetzen,

bekämpfen wir vor allem die komplementäre künstliche Verknappung im Reich der Ideen. die durch die Copyrights und Patente ausgeübt wird, und befürworten den weltweiten freien Austausch von Ideen in der kulturellen Sphäre als Grundbedingung menschlicher Innovationsfähigkeit und Ingenuität, die uns hilft, die tatsächlichen Potentiale unseres Planeten zum Blühen zu bringen.

zur Einführung (Introductory text):

Weiteres Material


  • Habermann, Friederike. „Ecommony: Strukturelle Gemeinschaftlichkeit statt Negatives Wachstum“, in: Deutschlands Wege in die Zukunft, hrsg. vom Umweltbundesamt, [1]


Intro:

  1. Was sind commons?
  2. Wie funktionieren commons?
  3. Warum brauchen wir commons?
  4. Was ist commoning?

Externe Links

  1. Commons blog Austria ; Commons blog Germany
  2. Peer-Ökonomie (Altes Opentheory Projekt von Stefan Meretz, abgeschlossen)


Discussion

Armin Medosch:

"Der Aufstieg der Peer-to-Peer-Gesellschaft Die Organisationsprinzipien von Peer-to-Peer (P2P) können zur Grundlage eines neuen Gesellschaftssystems werden, der P2P-Gesellschaft. Seit Jahren feilt der ehemalige New-Economy-Unternehmer Michel Bauwens an dieser Vision.

Michel Bauwens ist ein rastloser Mensch. Er durchquert Kontinente und Zeitzonen wie andere Menschen Stadtbezirke. Der belgische Theoretiker und Commons-Forscher reist, redet, schreibt, und dann reist er nochmals und schreibt wieder, redet mehr und das schon seit Jahren. Waren Honorarsätze und gesellschaftliches Echo anfangs noch gering, so findet sein Konzept der P2P-Gesellschaft zunehmend Wiederhall, wie zuletzt in Form einer Kolumne auf der englischen Website des Senders Al Jazeera+.

Bauwens ist fest überzeugt, dass eine P2P-Gesellschaft möglich ist. Im Zentrum seiner Idee steht die Idee der Gleichberechtigung. Diese sollte nicht nur ein politisches Prinzip sein, das in der Verfassung verankert ist, sondern auch auf die Welt der Produktion ausgedehnt werden. Hieß es früher, dass die Demokratie an den Fabrikstoren endet, so hat die Freie-Software-Szene mittlerweile bewiesen, dass Menschen selbstmotiviert, ohne Hierarchie und Zwang komplexe High-Tech-Produkte erzeugen können.

Sein Konzept setzt im Zentrum der hochentwickelten Wissensökonomien an. Dort produzieren Gemeinschaften von ProduzentInnen gemeinsam einen Überfluss an immateriellen Gütern. Diese Güter werden nicht wie Waren behandelt, sondern bilden ein digitales Commons.

Das digitale Commons kann durchaus auch von Koalitionen von Großunternehmen genutzt werden, die damit Gewinne erzielen. Diese Unternehmen sind aber ethische Unternehmen. Sie geben gerne etwas ans Commons zurück und tragen so zu dessen Nachhaltigkeit bei. Darüber hinaus braucht es einen neuen Typus von Institutionen, welche die Infrastruktur für die Kooperation bereitstellen. Ein Beispiel dafür wäre Sourceforge, die zentrale Plattform im Web für Freie-Software-Projekte. Aber auch rechtliche Lizenzen und Expertise können als Infrastruktur betrachtet werden.

Der entscheidende Punkt ist, dass die P2P-Gesellschaft nur entstehen kann, wenn auch die Rolle des Staates in einem solchen Umfeld neu definiert wird. Michel Bauwens fordert den so genannten "Partnerstaat" zum Unterschied vom Marktstaat.

Viele Internet-Utopien der 1990er machten den Fehler, dass sie den Staat am liebsten gleich ganz abgeschafft hätten. Damit spielten sie den neoliberalen Wirtschaftskonservativen in die Hände. Im neoliberalen System wurde der Wohlfahrtsstaat zurückgedrängt und neu definiert. Die Tendenz geht europaweit dahin, dass der Marktstaat nur mehr die Wohlfahrt bestimmter mächtiger Industrien wie etwa der Finanzindustrie vertritt, und nicht mehr die soziale Gerechtigkeit.

Der Partnerstaat hingegen würde sich nicht über die Gemeinschaften von ProduzentInnen stellen, sondern versuchen, demokratische und nachhaltige Wirtschaftsformen zu ermöglichen. Das würde einerseits bedeuten, dass sich der Staat um die Infrastrukturen der Kooperation kümmert. Dort, wo es den ProduzentInnen nicht gelingt, die Infrastrukturen selbst zu finanzieren, springt der Staat ein. Der Staat finanziert ja auch Autobahnen und andere Verkehrsinfrastruktur, warum also nicht auch Infrastrukturen für die Wissensgesellschaft.

Zum anderen würde es heißen, dass ein solcher Partnerstaat auf gesamtgesellschaftlicher Ebene für Fairness und Ausgleich zwischen Commons-ProduzentInnen und marktwirtschaftlichen Unternehmen sorgt, die Commons-Ressourcen benutzen.

Im Zeitalter des Wirtschaftsbooms in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die Anerkennung der Gewerkschaften und die Kollektivverträge wichtige Ausgleichsmechanismen. Heute existieren diese in Ländern wie Österreich und Deutschland zwar weiterhin, sind jedoch in vielen Fällen zu einer formalen Hülle geworden, die der neuen Realität nicht mehr Rechnung trägt.

Anstatt nun auf Sozialpartnerschaft ganz zu verzichten, wie es die neoliberale Ökonomie fordert, müsste diese eine neue Fassung finden. Welche rechtlichen und institutionellen Steuerungsmechanismen müsste es geben, damit das Commons zum innovativen Schrittmacher in einer nachhaltigen Wissensgesellschaft werden kann? Die möglichen Antworten darauf bieten noch ein weites, offenes Feld." (http://oe1.orf.at/artikel/336066)